Geschichtswissen: Das Verbot des Steireranzuges

Der Steireranzug entstand aus der Tracht der Jäger im Salzkammergut, in der Eisenwurzen und im Mürzer Oberland. Er wurde von Erzherzog Johann in Mode gebracht, denn Johann schätzte die Schlichtheit und Zweckmäßigkeit dieser Tracht. Doch das führte auch zum Verbot des Steireranzuges.

Es muss um 1820 gewesen sein, als Erzherzog Johann den grauen, grün besetzten Lodenrock für sich entdeckte. Er wollte mit dem Beispiel der Einfachheit seine Verbundenheit mit dem Volk zeigen.

Dazu trug er die „Lederne“, eine enge wildlederne Kniebundhose mit grünen Stutzen. Damit machte er die Tracht auch in feinen Kreisen salonfähig und sich bei den Steirern beliebt. Denn erst durch Johanns Vorbild wurde der Steireranzug zur Landestracht.

Schon ab 1798 schwärmte der junge Erzherzog Johann für das Bauerntum und die hohen Berge. Während der Napoleonischen Kriegen war Erzherzog Johann in die Alpenbundaffäre verwickelt, weil er den Aufstand gegen Napoleon in Tirol anregte.

In der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt Wien betrachtete man Johann seit der Alpenbundaffäre mit Misstrauen. Bald galt das Tragen des Steireranzugs als Indiz für eine aufrührerische Gesinnung und wurde 1823 auf Anweisung der Hofkanzlei allen Staatsbeamten bei Strafe verboten. Aber allmählich wuchs wieder Gras über die Sache und einige Jahrzehnte später trug sogar Kaiser Franz Joseph I. Steireranzug.

Der Steireranzug verbreitete sich schnell als Freizeitkleidung der Adeligen und in der Folge auch des gehobenen Bürgertums. Die Trachtenbegeisterung führte zu einer raschen Verbreitung des Steireranzugs in ganz Österreich. Der Steireranzug gilt weithin als Symbol steirischer Identität. Ist er auch Kleidung für (moderne) Rebellen, so wie es Erzherzog Johann vorgelebt hat?

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